A month of movies – Tag 4

Ich pack diesmal das Outfitfoto vor den Weiterleseumbruch, dann muss ich euch hoffentlich schon mal nicht erklären, um welchen Film es heute geht.

Na? Na?!? Ich hab übrigens keine Wassermelone getragen, die hat der Mann gekauft, aber ich hab Wassermeloneneis gemacht, frei nach einem Tipp in irgendeinem dieser Ideen-Zeitschriften, die ich immer kaufe. Wassermelone in Scheiben schneiden, Schlitz in die Schale, Eisstäbchen rein, ab in den Tiefkühler für ein paar Stunden. Sehr lecker, sehr erfrischend, Riesensauerei.

Aber reden wir über „Dirty Dancing“. How I love thee. Let me count the ways:

1. Frances „Baby“ Houseman. Sie ist nach Gesellschaftsstandards nicht die hübsche Schwester, sie ist die engagierte Schwester, die intelligente Schwester, die Lisa Simpson der Familie (obwohl ihre Schwester ja eigentlich die richtige Lisa der Familie ist, höhö). Und als solche auch manchmal fehlgeleitet in ihrem privilegierten Hilfsdrang: „Go back to your playpen, Baby.“ Aber hey, sie macht weiter und zuckelt nicht beleidigt von dannen. Eine Lektion für nicht wenige von uns.

2. Johnny Castle. Also, Patrick Swayze (seufz). Aber eben auch die Figur Johnny Castle, die von Baby ebenso etwas lernt wie sie von ihm. Und die das auch zugibt: „I’m gonna do my kind of dancin‘ with a great partner, who’s not only a terrific dancer, but somebody… who’s taught me… that there are people willing to stand up for other people no matter what it costs them. Somebody who’s taught me about the kind of person I wanna be. Miss Frances Houseman.“

3. Die Bösewichte im Film, obwohl er in den 80ern gedreht wurde, als Yuppietum ein Lebensziel war: Der arrogante Sohn des Resortbesitzers, der seinen Reichtum nutzt, um Mädchen zu erobern, und Robbie, der Ayn Rand lesende Student, der Penny behandelt wie ein Stück Dreck. Kurz: Kapitalistenschweine ohne Herz. Aber zum Glück gibt es ja Baby und Frauensolidarität: „You make me sick. Stay away from me, stay away from my sister or I’ll have you fired.“

4. Apropos Frauensolidarität: Nicht nur Baby entwickelt sich im Lauf des Films, auch ihre Schwester tut es. Sie ist nicht nur das Klischee der hübschen Schwester als Gegensatz zu Baby, sie ist eine dreidimensionale Figur – siehe ihre verzweifelten Versuche, die Achtung ihres Vaters zu gewinnen, ihr wütender Ausbruch, als Baby ihr davon abrät, mit Robbie zu schlafen, und natürlich ihre Stylingtipps für Baby, die sie dann aber bleiben lässt, denn: „Baby, I’ll do your hair. It could look pretty if… No. You’re pretty in your own way.“

5. Dass sich Baby, die bisher immer der Liebling ihres Vaters war, hinstellt und ihm erklärt, was Sache ist. Ohne Rücksicht auf Verluste, aber auf eine Art und Weise, dass er die Kritik letztendlich annehmen kann: „There are a lot of things about me that aren’t what you thought. But if you love me, you have to love all the things about me, and I love you. I’m sorry I let you down, I’m so sorry, daddy. But you let me down too.“

6. Babys Vater wird von Jerry Orbach gespielt alias ja, natürlich Lennie Briscoe aus „Law and Order“, aber vor allem:

Seufz.

7. Babys Mutter wird von Kelly Bishop gespielt. Alias:

8. Die Musik. Was hab ich den Soundtrack rauf und runter gedudelt. Natürlich „She’s like the wind“, gesungen von Patrick Swayze (seufz). Aber auch „Hungry Eyes“. Die ganzen Songs, zu denen im Film mit der Hüfte gewackelt wurde und zu denen ich im stillen Kämmerchen meine 1984 von Madonna erlernten Hüftschwünge noch weiter ausbaute. Und, ein vielleicht verwunderlicher Lieblingssong: „Love is strange“, beim Alleinehören immer mit Nachspielen, sowieso: „Come here, Loverboy!“

9. Ach ja, und die Tatsache, dass der Film so unfassbar offensichtlich ein 80er-Jahre-Film ist, obwohl er in dern 60ern spielt. Siehe: Die Musik. Die Frisuren. Die Outfits. Das ist alles gerade so halbwegs so gestylt, dass es knapp als „damals“ durchgeht, aber trotzdem die 80er-Teenies modisch inspiriert. Also mir zumindest ging das so. Ähem. Okay, nicht bei allem: „Where is my beige iridescent lipstick?“

10. What she says. All of it. Wie immer besser als ich.

Kurz: „Dirty Dancing“ war ein Film, der die 15-jährige Natalie schwer beeindruckt und nachhaltig beeinflusst hat. Nicht zuletzt mit der legendären Aussage, dass es nicht richtig ist, Leute in einer Ecke zu parken. Ob sie nun Baby heißen oder Frances.

(Ich hab übrigens nicht zwei Bauchnabel (Bauchnäbel?), das sind OP-Narben von der Gallenblasenentfernung. So what. Narben sind die Landkarte des Lebens.)

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