Zwei

Ich hab vom Mann zu Weihnachten auf meinen sehr spezifischen und ausdrücklichen Wunsch einen Jawbone 2 gekriegt. Darüber ein anderes Mal mehr, das wird ausführlicher. Was ich auf jeden Fall schon mal sagen kann: Das Teil regt definitiv zu mehr Bewegung an. Autschn.

Schon vor einigen Monaten hatte ich mir das Wii-Spiel „Step to the beat“ zugelegt, das vermutlich für die meisten Bewohner der Gamewelt als ziemlich lächerlich empfunden würde, aber mir macht es – sofern ich es denn benutze, jaja – einen Heidenspaß. Dem Sohn ist es zum Zugucken zu langweilig. Kann ich nachvollziehen, denn letztendlich marschiert da einfach ein Pseudo-Mii-Figürchen durch die Landschaft und schaltet Wege, Bäume, Autos, Gebäude und so weiter frei. Und Songs. Manchmal einen Regenbogen, wenn’s hochkommt. Immerhin, die „Großereignisse“ wie den Leuchtturm und die Aussichtsplattform hab ich schon geschafft… ja, genau, eigentlich ist das wie so eins dieser Städtebau-Appspiele, aber ich erlaufe mir halt meine Inselgestaltung. Das heißt, ich marschiere zu Musik im Rhythmus – daher der Name – und kriege pro Schritt einen Punkt. Eine Straßenlaterne benötigt 70 Punkte, eine Palme 100, ein Auto 200 und ein Wohnhaus 600 Punkte. Ich habe gerade diverse Wohnhäuser freigeschaltet, so dass sich jetzt mehr virtuelle Menschen auf meiner Insel tummeln können. Oder, wie ich dem Mann vorhin schwankend zugeröhrt habe: „Guck, Schatz! Ich erschaffe Wohnraum!“

(Wobei es sich auch um Gentrifizierung handeln könnte. Viele Top-Knot-Frisuren und sorgsam gestylte bunte Haare. Hm.)

Falls sich jetzt irgendwer für dieses Spiel interessieren sollte, sei gewarnt: Die Musik ist sehr pop-lastig, mit etwas R&B und diversen J-Popliedern – Letzteres vermute ich, ich kenne mich da nicht wirklich aus. Ich persönlich bin der Meinung, dass sich Pop hervorragend für Workouts eignet und auch sonst bin ich mittlerweile zu alt, um mich für meinen Musikgeschmack zu rechtfertigen. Ich kann auf jeden Fall zu Demi Lovato schon fast so viele Schritte machen wie zu Missy Elliott. So there.

Allerdings hat heute mein Wii Balance Board rumgemuckt, und ich hab nicht nur 6000 Schritte, sondern auch diverse bereits gebaute Wohnhäuser verloren.

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Und dann kickte bei mir der Sturheitsmodus ein. Der Sturheitsmodus ist ungefähr das Gegenteil des Tocotronic-„Kapitulation“-Modus, geht aber auch mit einer gewissen „Fuck it all“-Attitüde einher. Er lässt sich am ehesten mit „OH NEIN SO JA NICHT MOZZERFÖCKER!!!“ zusammenfassen und führte logischerweise dazu, dass ich mir alle Wohnhäuser neu erstampft und noch diverse dazugebaut habe.

Kurz: Mein Jawbone ist zufrieden und erzählt mir was von über 10’000 Schritten. Die Spielstatistik spricht von etwas über 15’000, aber da fehlen ja noch die verloren gegangenen 6000 Schritte von vorher. In Songtitelform lässt sich die Situation also ungefähr so zusammenfassen:

(Die Liveversion hab ich übrigens nicht nur genommen, weil das offizielle Video bei Youtube auch 2016 noch gesperrt ist (ehrlich, Leute, einigt euch mal…), sondern auch, weil ebendieses offizielle Video meines Erachtens ziemlich üblen Inspiration Porn enthält. Deswegen also nur das Lied, weil: Gefällt mir. Könnte man gut dazu über die virtuelle Insel stampfen.)

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