Sechs

Mit einem Sechsjährigen Vierschanzentournee gucken kann ganz schön anstrengend sein. Hab ich getestet.

Erstens mal bringt er die Regeln gerne mal durcheinander, ist irritiert darüber, dass die mehrere Pokale kriegen und will immer wissen, wer jetzt da wo genau was macht – „Wer sind die da, die da oben stehen? Wer redet da? Wie heißt der? Warum wedelt der mit der Flagge?“
Zweitens kriegt er vor lauter Fragerei nur die Hälfte mit und verwechselt dann die Springer oder deren Nationalitäten und geht irgendwann davon aus, dass es ein ganzes Rudel voller „Prejuze“ gibt.
Und drittens kann seine Loyalität innerhalb von Sekunden wechseln. Ein Deutscher? Hurra! Ein Schweizer? Hurra, schließlich ist der Sohn Doppelbürger. Der da mit dem Hai auf dem Helm? Der ist eh der Held, obwohl Mama was von „Österreicher, argh!“ murmelt (was soll ich sagen, eine Schweizer Kindheit prägt…). Und der mit dem Hai auf dem Helm heißt auch Hai. Nein, der heißt nicht Hayböck, und schon gar nicht Michael, der heißt Hai. Fünf Minuten später: „Wie heißt der mit dem Hai auf dem Helm? Michael Hai?!“ Gnaaaah…

Aber das alles ist nichts gegen den Moment, in dem du als Mutter auf dein Handy guckst und es aus der anderen Ecke des Wohnzimmers brüllt: „KEINE ANGST, MAMA! ICH TU NUR SO, ALS OB ICH VOM FENSTERBRETT SPRINGE!!!“

(Die richtige Skispringerhaltung hat er übrigens schon drauf. Aber ich werd den Teufel tun und den Kerl zum Training nach Hinterzarten oder sonstwohin karren. Soll weiter Fußball spielen. Dem Jogi hat der FC Schönau ja auch was gebracht.)

In diesem Sinne, geht mir weg mit der „Love, Actually“-Version.

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