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Ich habe gerade mit Entsetzen in meinen Posteingang geguckt und festgestellt, dass ich da überhaupt keinen Überblick mehr habe und dringend aufräumen müsste. Das ist der Nachteil, wenn eins immer drölfzig Tabs im Handy offen hat und irgendwann beschließt, sich diese Links alle per Mail zuzuschicken, zwecks Einlagern, Nichtvergessen und späterem Testen. Jetzt liegt da allerdings so viel Entsprechendes im Thunderbird, dass ich zu verzweifelten Maßnahmen greifen muss. Sprich: Linkdump im Blog. Vielleicht finde ich das Zeug ja hier mal wieder, für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass ich es mal brauche. Und eventuell hilft das ja sonst jemandem weiter? Wenn nicht: Mein Blog, mein Möbelhaus, meine Kamera.

Vermutlich mach ich das am besten in Kategorien.

Kochen

Was ich eins an Rezeptlinks sammle. Ausdrucke. Aus Zeitschriften ausschneide. Stimmt, jetzt wo ich mich daran erinnere, ich wollte ja auch mal nach einer Aufbewahrungsmöglichkeit für meine Lecker-Hefte gucken… und wieder ein Tab mehr offen.

Naan-Brot backen – Will ich immer mal ausprobieren, schaff ich nie.

Eier pochieren – Dito.

All the Lebensmittelaufbewahrung – Hach ja, Theorie und Praxis. Ich bin die Königin der gekeimten Kartoffeln! Trotz Tupperwarebehälter!!!

Gesunde Snacks mit – urghs – Kalorienangabe – Warum auch immer ich den Link aufbewahrt habe. Ich snacke nicht. Ich fülle mich bis zum Rand auf und warte dann ab, bis wieder Platz ist. Ähem.

Berliner vom Blech – Ich frittiere nicht. And don’t get me started von wegen Pfannkuchen-Krapfen-Debatte. Ich bin Schweizerin, ich nenne das Berliner. So.

Eiweiß mit ohne Fleisch (auch wieder mit Kalorienangabe, meh) – Geständnis: Ich ernähre mich seit Anfang des Jahres wieder vegetarisch mit dem Bestreben, so vegan wie möglich zu leben. Das mit der Eiweißzufuhr ist da aber tricky, wenn eins so wie ich Tofu nicht soooo sehr mag und keine Hülsenfrüchte mehr verträgt (schnief!). Ich versuche da, möglichst auf meinen Körper zu hören. Und der will derzeit offenbar Eiweiß aus, nun, Eiern. Ich arbeite daran.

Irgendwas mit Käse und Blumenkohl – Ach ja, Fettiges vertrage ich auch nicht mehr wirklich. Das Rezept klingt total lecker, aber ich krieg schon Le Grand Rülps beim Gedanken daran. Käse ist… schwierig. Seufz.

Karamellapfeldings mit zu viel trendigen Buzzwords – ich versuche ja tunlichst, einen Bogen um den „Clean Eating“-Hype zu machen. Sauber ist Essen, wenn’s nicht dreckig ist. Und mir ist es hier auf dem Berg gerade etwas zu umständlich, Kokosnusszucker zu besorgen. Ich mein ja nur. Kokosnusszucker.

Kichererbsen mit geröstetem Kreuzkümmel – HABEN WILL! Nicht vertragen tu. Leise weinend zu Boden sink.

Dem Kind die Lunchbox mit tollen Sachen füllen wollen: Check. – Dem Kind dann trotzdem Brot mit Wurst, irgendwelches Obst und einen Babybel einpacken? Auch Check.

Tabellen zu angeblich gesundem Essen – Ich habe möglicherweise derzeit ein Buzzfeedproblem.

Aufräumen

Ich habe möglicherweise heute früh beschlossen, nie mehr krank zu werden, weil in den letzten Wochen entweder ich oder der Sohn flach lagen und deswegen alles andere auch liegen blieb. Und natürlich hab ich so meine Minimalistinnen-Konmari-Fantasien, die sich aber großmehrheitlich darauf beschränken, entsprechende Facebookseiten zu liken und entsprechende Links zu sammeln. Und von einem Flammenwerfer als Problemlösung zu träumen.

Pro ordentliches Bastelzimmer – Ja, ich hab tatsächlich ein „Bastelzimmer“. Also, eigentlich mehr so ein Näh- und Bastelzimmer. Das gleichzeitig unseren Kleiderschrank enthält. Anders gesagt: In der Praxis ist es das Zimmer mit den vollen Wäschekörben.

Außerdem: Das Kind in Sachen Putzen und Aufräumen mit einbeziehen – Die gezeigten Magnettafeln sind zwar niedlich, aber ich fürchte, dass wir eine große Tafel für uns alle brauchen. Und dann muss ich das alles auch noch implementieren. Oh je, oh je.

Hab ich zu viel von jedem einzelnen Ding hier auf der Liste? – Ja, so ziemlich. Die Zeitschriften, oh Gott, die Zeitschriften.

Der Selbstbetrug, der Selbstbetrug. It is strong with this one. – Oder wollen wir uns darüber unterhalten, dass ich gerade einen ellenlangen Blogpost schreibe, statt mich der Dinge anzunehmen, über die ich in diesem Eintrag jammere? Ähem. Die Idee mit der Party ist gut. Wer will bitteschön wann vorbeikommen? Also, im Frühling irgendwann. Frühsommer. Herbst? Gaaaah!

Und im Kinderzimmer könnten wir auch mal mit der Schippe ran – Aber wenn Mama und Papa mit schlechtem Beispiel vorangehen… ja. Eben. Der Sohn ist im Moment extrem auf dem „Kauf mir was!“-Trip. Ich auch. Winter und Ersatzhandlungen und so. Es ist nicht so, dass mir das alles nicht bewusst wäre, aber auch ein bewusster Käfer strampelt nun mal hilflos mit den Beinen, wenn er auf dem Rücken liegt.

Sachen mit dem Sohn machen

Also, abgesehen von Kim Possible gucken, Drei ??? Kids Vorlesen und gegenseitigem Annölen. Die Erkältungssaison macht es uns nicht leicht.

Knete selber machen – Nur: Was ist „Cream of tartar“? Als Schweizerin kenn ich mehr so Tartaresauce, und so lecker die ist, mit der möchte ich nicht kneten. (Das Internet sagt: Weinstein, aber ohne Backpulver. Aha. Klar. Okay. Vielleicht doch besser Salzteig.)

Endlich mal die kindlichen Kunstwerke aufräumen – Der Sohn produziert im Kindergarten massenweise mehr so schnell Dahingekritzeltes. Tütenweise. Irgendwann muss das mal alles sortiert werden. Vielleicht wäre Digitalisieren wirklich ne Maßnahme. Dafür sollte ich möglicherweise den Scannerdruckerkopierer freiräumen. Der dringend neue Tinte benötigt. Entschuldigt mein Augenzucken.

Küchenexperimente – Am liebsten gleich alle. Was mich davon abhält? Keine Ahnung. Cream of Tartar vielleicht.

Noch mehr Experimente mit und ohne Essen – Wobei mir manche Lebensmittel dann doch zu schade zum Rumbasteln sind. Okay, die Lasagneblätter nicht, das sieht echt schick aus. Ich brauch einfach mehr Geduld, wenn’s ums Basteln geht. Den Perfektionismus hab ich mir abgewöhnt, aber den Sohn zu mehr Durchhaltevermögen zu ermutigen, fällt in die Kategorie „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist nervenbelastender als Xavier Naidoos fortwährende Popularität“…

Über unbequeme Dinge reden – Bei den meisten erwähnten Themen fällt mir das nicht wirklich schwer. Schwierig ist die Sache mit dem Respekt vor allen Körperformen. So. Viel. Internalisierter. Selbsthass. Kommt dazu, dass der Sohn im Moment selber ein bisschen auf der rundlicheren Seite ist. Wie vermittle ich ihm, dass das okay ist, dass mehr Bewegung und gesünderes Essen aber nicht schaden? Natürlich, auch hier: Mit gutem Beispiel vorangehen. Aber in einer Welt, die ihn nicht nur ihn, sondern auch mich mit „dicke Person = minderwertige Witzfigur“ zuballert, ist das ein extrem kräfteraubender Kampf. Uff.

Seelenfutter

Ich bin zwar meiner Ansicht nach einiges stabiler als, hm, letztes Jahr, so im Vergleich, aber das liegt nicht zuletzt daran, dass ich meine Welt massiv verkleinert habe. Und das kann auf Dauer nicht so bleiben. Außerdem bin ich nun mal der Typ „Muss… bestmöglicher… Mensch… werden… Selbstoptimierung oder Tod!“, weswegen ich auch immer haufenweise entsprechende Links zwecks Späterlesen sammle. Oder Zeitschriften. Sagte ich schon was von so vielen Zeitschriften?

Vielleicht mal offline gehen – Ich bin mittlerweile eh so misstrauisch und grenzparanoid, was Social Media (besonders Twitter) angeht, vermutlich würde mir eine Runde Abstinenz ganz gut tun. Andererseits: Könnte ich damit umgehen, so wenig vermisst zu werden, wie es vermutlich der Fall wäre? Nun ja.

Wenn das mal alles so einfach wär… – Wäre es in vielen der aufgelisteten Beispiele, aber nicht bei allen. Nummer 5 zum Beispiel. Hahaha. Haha. Ha. Argh.

Die Tipps hier hingegen sind größtenteils wirklich brauchbar – Und wenn es nur als „Ach ja, stimmt“-Wiederholung ist. Manchmal muss eins sich Dinge wieder in Erinnerung rufen lassen. Nummer 15 zum Beispiel war gerade wieder so ein Mind-Blown-Moment.

Was für mich auch unter Seelefüttern fällt: Kreatives und bedingt Kreatives – mit Letzterem meine ich z.B. repetitive Dinge tun, die sich halbwegs meditativ anfühlen – Gemüse schnibbeln zum Beispiel, oder Ausmalen. Einrichten/Umräumen/Basteln, allerdings vielleicht auch mal mit dem Ziel, nicht noch mehr anzuschaffen, siehe Kategorie „Aufräumen“…

Und ganz wichtig: Den Sohn auch mal ohne schlechtes Gewissen ins Leere laufen lassen – Klingt jetzt vielleicht brutal, aber weder er noch ich haben was davon, wenn wir Zeit miteinander auf eine Art verbringen, die wir beide eigentlich nicht mögen. Dann lieber mal Hörspiel rein, mach mal allein.

Resterampe

Und hier noch eine Runde Links, die ich keiner der anderen Rubriken zuordnen konnte. Unter anderem, weil ich jetzt schon gefühlte Stunden an diesem Text sitze und mein Hirn nicht mehr so ganz klar denken kann.

Dinge, die Erwachsene haben sollten – Oh, wir haben keinen Versammlungsort, wenn es brennt. Andererseits – hier auf dem Dorf reicht vermutlich „draußen“. Und geht mir weg mit Handschuhen jeglicher Art, ich kann sie nicht leiden und benutze sie nur im Notfall. Ich muss Dinge erfühlen können. Oh, wie symbolisch.

Doomsday Prepping fasziniert mich – Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Mit der extremen Survivalist-Haltung, die nicht zuletzt oftmals auch mit einer gewissen politischen Richtung einhergeht, kann ich zwar nicht viel anfangen, aber in schwierigen Momenten bin ich durchaus der Ansicht, dass wir uns auf unruhige Zeiten zubewegen, und dass es vielleicht nicht schaden würde, sich auch nur ansatzweise vorzubereiten. Der Artikel spricht mich also an. Irgendwie. Und irgendwie auch nicht. Hm.

Noch mehr zeitfressender Daddelkram – Nein, ich les das gar nicht erst, ich verlinke das nur. Ich hab noch diverse Wasauchimmercrush-Spiele und Wimmelbildabenteuer zu erledigen.

Star-Wars-Fakten – Muss. Büffeln. Muss. Alles. Wissen. Muss… nee, Moment, muss vielleicht einfach mal den Roman zu „The Force Awakens“ lesen und gut ist.

Und hier, als Krönung ein Link, den ich tatsächlich vorhin in einem der anderen geposteten Links gefunden habe und der mir jetzt noch mehr Zeit frisst… lasciate ogni speranza und so.

Aber mein Mailpostfach sieht jetzt wieder total leer aus! SO!!!

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