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Ich habe es heute tatsächlich mal wieder geschafft, am 12. des Monats zwölf Fotos zu machen. Und nun, ich will es nicht verschreien, aber vielleicht schaffe ich es jetzt auch, diese ordnungsgemäß nach 12von12 zu verbloggen. Sofern nicht der Hund, oder das Kind, oder überhaupt.

Erst mal zu einer halbwegs vernünftigen Zeit aufgewacht – will sagen, kein türaufreißendes Kind vor sieben Uhr früh. Wer unsere Bleibe kennt, merkt gleich, dass ich im Arbeitszimmer geschlafen habe. Das liegt daran, dass ich mittlerweile zwar wieder dreiviertelhergestellt, aber halt doch noch nicht komplett nebenhöhlenhöllenfrei bin. Und daran, dass ich im Moment einfach alleine besser schlafe.

Gefrühstückt, mit Fleisch- und Käseersatz. Und Milch im Latte, ich weiß, ich weiß. Ich suche noch nach einer wirklich erträglichen Alternative. Danach und nach einer Möglichkeit, meine Shakshuka-Schwäche in den Griff zu kriegen, von wegen Eier und so. Das Brettchen hätte ich heute am liebsten dem Sohn hingelegt, aber solange der noch nicht lesen kann, ist der Witz eh sinnlos.

Da der Sohn mittlerweile gerne mal in der Küche hilft, hat er meinen Klappschemel annektiert, den ich mal gekauft habe, um in die hintersten Ecken des Geschirrschranks zu kommen. Seitdem steht das Ding nun immer genau dort, wo sich meine Schienbeine hinbewegen. Also habe ich im Rahmen meines „Immer mal was organisieren“-Programms einen festen Platz für den Schemel erkoren. Vermutlich schiebt der Sohn ab jetzt wieder die Esszimmerstühle in die Küche.

Apropos Organisieren, ich versuche ja schon seit Wochen erfolglos, mich von Cola- und anderen aromatisierten Sprudelgetränken zu verabschieden. Es ist schwierig, reines Sodastream-Sprudelwasser schmeckt mir meistens nicht so, wie ich es möchte, und selbst aromatisiertes Zeug wie Sassy Water ist halt auch eher mau. Deswegen die Überlegung, mehr Tee zu trinken, und dafür hab ich dieses Teerad gefertigt. Ob’s was helfen wird… nun, ausprobieren halt.

Mit diesem Buch hab ich in der Schule kochen gelernt, und für Grundsätzliches und/oder Schweizerisches greife ich immer noch gerne dazu. Außerdem ist es hübsch anzuschauen. Und nachdem ich gestern beschlossen hatte, heute einen Hefenusszopf (im Kochbuch „Russenzopf“, keine Ahnung, ob das heutzutage noch gebräuchlich ist bzw. sein sollte) zu backen, wurde das Tiptopf mal wieder aus dem Kochbuchregal geholt. Und der Hefeteig schon mal vorbereitet.

Danach ging’s wie schon an den letzten zwei Samstagen in die Bibliothek. Während ich mir irgendeinen Krimi aus dem Regal ziehe und dann bei der Drei-???-Kids-Ecke nach den Büchern gucke, die ich dem Sohn noch nicht vorgelesen habe, und der Mann durch die Gänge tigert, setzt sich das Kind hin und blättert Bilderbücher. Und will diese dann natürlich vor Ort vorgelesen haben. Heute allerdings drängte die Bibliothekarin zur Eile, weil sie noch einen Termin hatte. Einerseits absolut verständlich, andererseits finde ich halt nicht zwingend, dass es sooo wahnsinnig angebracht ist, das den Anwesenden in vorwurfsvollem Tonfall um die Ohren zu hauen. Und ja, bevor wer fragt, ich hab selber in der Dienstleistungsbranche gearbeitet, bezahlt und unbezahlt, danke sehr. Leider hab ich das Brettspiel „Los Mampfos“ nicht mitgenommen, das hat einen zu unserer Familie passenden Namen, har har har.

Als wir vom Bücherholen und Einkaufen zurück waren (unterwegs die ausgeliehene CD über die „Krumpflinge“ gehört, nicht wirklich meins), hab ich mich an die Mittagessenzubereitung gemacht. Dreierlei Sigara Börek mit Hackfleisch, Kartoffeln und Fetakäse. Allerdings sah das bei mir mehr so nach überdimensionalen Frühlingsrollen aus. Dazu gab’s eine Art Ranch Dip. Der Hund hat die Joghurtbecher sauber gemacht und dabei sich selbst verdreckt.

So sah das Essen dann aus, einen Teil der Rollen hab ich gebacken, den Rest gebraten, Frittieren kann ich nicht, war aber auch so fettig genug. Und der Dip ist eh immer lecker.

Wie mit dem Sohn während der Woche vereinbart, haben wir dann alle zusammen einen Film geguckt – „Bernard & Bianca“, hab ich als Kind im Kino gesehen und mich damals extremst über den Albatros amüsiert. Bastian fand den zwar auch lustig, war aber vor allem von den Szenen begeistert, in denen die Bösewichte bestraft werden. Und mir fiel mal wieder auf, dass Madame Medusa ja auch eine sehr stylishe Bösewichtin ist, irgendwie. Mann und Sohn haben anschließend noch die Kurzdoku über Wasservögel geguckt, die auch auf der DVD war. Als ich in Richtung Küche ging, waren sie noch am Diskutieren, ob das auf dem Bildschirm Tölpel oder Falken waren (es waren Tölpel, aber der Sohn hatte sich in den Kopf gesetzt, das Falken Wasservögel sind. Mal wieder in den örtlichen Vogelpark gehen…)

Nussfüllung zubereitet, Zopf in den Ofen gesteckt, festgestellt, dass beim Backen der Börekdinger irgendwas getropft haben muss, alles voller Qualm. Backofen aus, kurz ausgewischt, weitergebacken, geärgert, geärgert, geärgert. Siehe auch unter Eintrag neulich zum Thema „irgendwie so viel nerviger Kleinscheiß derzeit“. Gnaaah.

Und weil das so gut zum Thema „Gnaaah“ passt, fiel das Ding beim Rausnehmen aus der Form auseinander, war teils angebrannt und teils noch nicht ganz durch. Egal. Hat trotzdem geschmeckt. Hauptsache.

Zum Schluss ab in die Wanne mit Pink Flamingo von Lush. Und dann auch noch dem Sohn, der im Moment ningelig, klammerig, launisch, kurz: ziemlich anstrengend ist. Ich vermute mal das Thema „Bald ist Schule, alle reden was vom Ernst des Lebens und davon, was ich alles können muss“ dahinter. Mich schlauchen die immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen ziemlich – auch wenn ich einige davon jeweils abwenden kann, irgendwie reiben wir uns doch derzeit etwas aneinander ab. Ich hab ihm neulich auch gesagt: „Kannst du vielleicht auch mal mit jemand anderem streiten als immer nur mit mir?“ – „Mit Papa streite ich auch!“. Ja. Danke. Aber deswegen dachte ich mir, ich hol ihn mir kurz in die Wanne zwecks Kuscheln und Reden. Er hat mir dann erzählt, wie er beim letzten Baden mit seiner Spielzeuglimousine Parkplatz spielte. Er war der Parkplatzbetreiber, und die Leute mussten vorher anrufen und Parkplätze reservieren und dann bezahlen. Außer die reichen und berühmten Leute, die durften gratis parken. Na dann. Er weiß schon, wie die Welt läuft…

Nur die Sache mit den Peilsendern, die überall im Boden montiert waren, und den Schildern, auf denen „Achtung! Peilsender!“ stand, habe ich nicht so ganz begriffen.

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