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Ach so, ja, stimmt: Ich habe heute mit Staffel 2 von Gilmore Girls angefangen, und jetzt weiß ich wieder, warum ich eigentlich auch Max doof fand. Weil wir es bei ihm mit dem typischen Fall eines Typen zu tun haben, der sich ein Manic Pixie Dream Girl anlacht, weil Manic Pixie Dream Girls ja so toll und quirky und inspirierend sind. Und dann kann er nicht damit umgehen. Hach ja. Sowas mögen wir ja.

Und nee, ich bin natürlich kein Manic Pixie Dream Girl, zumindest nicht immer, ich bin allzu oft Depressed Banshee Nightmare Woman, aber ich kenne das Gefühl, wenn sich Männer für eine Frau interessieren, weil sie so reizend anders ist, weil sie verrückte Ideen nicht nur hat, sondern auch umsetzt, weil sie spontan ist und halt eben vieles, was das MPDG-Klischee ausmacht. Und ebendiese Herrschaften dann Reißaus nehmen, wenn sich auch andere Seiten zeigen, wenn der Mensch hinter der vermeintlichen Muse hervortritt und eben auch mal inspiriert sein möchte und nicht nur inspirierend. Auch mal getragen werden möchte und nicht nur das Tragen übernehmen. Wenn es mal nicht darum geht, dem Durchschnittstypen den kreativen Tritt zu versetzen, den er angeblich so dringend braucht, um ein Nicht-Durchschnittsleben zu führen. Sondern halt auch mal darum, dass es auslaugt, eine Persönlichkeit zu haben, die in Filmen, Serien, Liedern und Büchern total reizvoll erscheint, aber im wirklichen Leben nun mal nicht nur für die Umgebung, sondern auch für sich selbst verdammt anstrengend sein kann.

Möglicherweise projiziere ich gerade, ja. Überraschung. Und ich hatte noch nicht mal einen Long Island Iced Tea. Menno.

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