95

ARAM ZAM ZAM ARAM ZAM ZAM GULI GULI GULI ja sorry, das Kind singt hier gerade noch rum. Heute war ein Montag, bei dem ich mir irgendwann gedacht habe „Immerhin kannste später darüber bloggen“.

ARAAAAFI ARAAAAFI.

Nee, Moment, gerade gegoogelt, das heißt ja richtig A Ram Sam Sam und A Rafiq. Wieder was gelernt.

„AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH ZWEI SPÜNNÖÖÖÖÖÖN!!!“ Weberknechte, Sohn. Die tun dir nix. Die waren schon vorhin auf dem Klo.

Also, wo war ich? Eben, genau, Montag. Ich hatte Diverses zu erledigen, aber erst mal musste ich bei der Ankunft auf dem Schulparkplatz das Auto fluchtartig verlassen und einen Sprint zur Kindergartentoilette hinlegen. Das Leben ist so spannend, wenn eins dank bestimmtem Medikament immer wieder Abenteuer im Bereich Explosivverdauung erleben darf. SO SPANNEND.

„ICH WILL DIR WAS ZEIGEN! ICH BIN DER GEFÜRCHTETE PIRAT MIT DEM STOCK!!!“ Ach, heute wird das Schlafengehen mal wieder hinausgezögert, alles klar.

Danach machte ich mich auf zum Arzt, neue Rezepte bestellen. Erst mal in der Schlange am Empfang stehen, irgendwas grassiert offensichtlich. Dauert mit der Unterschrift, alles klar, ich hab eh noch anderes zu tun. Ab zum Spielwaren-Papeterie-Bastel-Taschen-Laden, eine neue Patrone für unsere Sprudelwasserflasche holen. Oder, wie die Kassierin dort neulich sprach, als sie mich mit dem Teil im Arm eintreten sah: „Ah, eine neue Bombe?“

Ich hab nicht mit „Nee, danke – aber ich such schon lange nach einem Flammenwerfer!“ geantwortet. So eine vorbildliche Bürgerin!

Dann mal eben zum örtlichen Raiffeisenmarkt, eine Riesentüte Pansen für den Hund und einen Topf Freesien für mich (aus Gründen) holen. Das Zeug mal eben zum Auto gebracht, danach zum Rewe, Resteinkäufe erledigen. Auch die wieder zum Auto gebracht, dann noch schnell zum Rossmann zwecks Hundezeug und einer neuen Lidschattenpalette für mich, da meine alte zerbröselt ist, und meine ganz alte einheitlich blau, nachdem der Sohn sich damit mal als Spider-Man schminken wollte.

„ABTRÜNNIGER SPION AUF DER FLUCHT!!!“ – „ZÄHNEPUTZEN JETZT!“ – „DU WIRST KEINE KRANKHEITEN MEHR VERBREITEN!!!“ (Hach ja, diese beschaulichen Momente, wenn Sohn und Mann das Thema Zubettgehvorbereitung diskutieren…)

Mit voller Handtasche wieder auf zum Arzt, der allerdings zwar diverse Rezepte unterschrieben hatte, meins aber noch nicht, also nach wiederholtem Warten in der Empfangsschlange eine Runde ins Wartezimmer setzen und Krankheitskeime einatmen. Dort eine erkältete Kindergartenmutter getroffen. Nach einer Viertelstunde Rumsitzen dann doch noch mein Rezept gekriegt und ab zur Apotheke.

„FERTIG MAMA!!! VORLESEN!!!“ Bin gleich wieder da.

So, die drei ??? Kids haben erfolgreich den Tag gerettet, und ich bin mit meinem morgendlichen Terminplan also ungefähr eine halbe bis Dreiviertelstunde im Verzug. Immerhin, kaum Wartezeit bei der Apotheke, allerdings die Beschwerde, dass meine Pen-Nadeln auf dem gleichen Rezept stehen wie meine Blutzucker-Teststreifen und die Blutdrucktabletten. Nicht meine Schuld, weiß die Apothekerin aber dann doch auch. Dauert halt deswegen alles ein bisschen länger.

Zurück beim Auto dann die Feststellung, dass sich Heimfahren nicht mehr lohnt, bevor ich den Sohn wieder abholen muss. Dann bemerke ich ein Plastiktütchen an der Windschutzscheibe. Hurra, nach fünfeinhalb Jahren Führerschein mein erstes Knöllchen, weil ich – Explosivverdauung sei Dank – ausnahmsweise vergessen hatte, die Parkscheibe zu platzieren. Und nein, das ist keine „Ich mach das sonst immer“-Ausrede, ich mach das sonst wirklich immer, und der Mann lacht mich aus, weil er auf dem Parkplatz nie die Parkscheibe sichtbar hinlegt.

Ich finde das minim ungerecht. Daraufhin beschließe ich, einen Spaziergang zu machen, bis der Sohn abholbereit ist, drehe eine Runde durch das Wäldchen, und lande prompt auf dem Waldspielplatz, wo gerade der Sohn mit seiner Kindergartengruppe rumturnt. Ein wenig Smalltalk, der Sohn will noch weiterspielen, also mach ich mit meiner „Wenn du einmal Sorgen hast, dann geh mit offenen Augen durch den Wald“-Taktik weiter und stelle fest: Mit weniger offenen Augen wäre der Weg zum Waldlehrpfad vermutlich etwas hübscher, so aber seh ich Müll, Bagger und Kiesberge. Egal, danach fühle ich mich trotzdem besser und gehe mit dem Sohn beim Metzger Mittagessen, Kochen kann mir gerade gestohlen bleiben. Auf dem Weg zum Metzger die andere Kindergartenmutter getroffen, die eben erst die Arztpraxis verlassen hat. Eine Runde demütige Dankbarkeit und Auf-Holz-Klopfen, dass ich gerade nicht komplett krank bin.

Zuhause angekommen stelle ich fest, dass ich entweder beim Arzt die falschen Teststreifen verschrieben oder in der Apotheke die falschen Teststreifen ausgehändigt gekriegt habe. Und während ich noch Pen-Nadeln und Blutdrucktabletten habe, sind es natürlich gerade die Teststreifen, von denen ich absolut keinen Vorrat mehr besitze.

Ich sag’s mal so: Den Nachmittag haben wir dann mit Keksen und Salzbrezeln und Vorlesen verbracht. Grummelgrumpf und A Ram Sam Sam.

A RAAAAAAFIIIIIQ!!!

(Der Schrecken der Meere kam gerade nochmal aus dem Bett gerannt und brüllte, dass wir uns zeigen sollen, wenn wir Blut fressen wollen. Ich möchte lieber nicht.)

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Ein Gedanke zu “95

  1. Ich möchte betonen das ich überhaupt mal gar niemand ausgelacht habe, ich habe nur erwähnt das ich da nie ne Parkscheibe hinlege – tsö

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