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Ab und zu habe ich ja noch diese Anwandlungen von „Keeping Up Appearances“, also halt das Bedürfnis, nach außen halbwegs kompetent zu wirken. Gerade als Mutter. Heutiges Beispiel: Die Fotografin ist im Kindergarten und porträtiert unseren Nachwuchs.

Eigentlich wollte ich mit dem Sohn letzte Woche noch schnell zum Friseur, aber der Salon vor Ort wird wohl umgebaut, und zum nächstgelegenen Kaufhausfriseur haben wir es nicht geschafft. Der Verzicht auf Letzteres war nicht weiter schlimm, denn die Dame, die dem Kind beim letzten Mal eine „Captain-America-Frisur“ schneiden sollte, hat ihm mehr so ein Volahiku-Damenstyling verpasst, das dazu noch ziemlich schief war und ziemlich übel rauswächst. Deswegen wollte ich ja endlich mal wieder zu Fachleuten, aber wie gesagt: Klappte nicht. Nun gut, am Vorabend Haare gewaschen, immerhin etwas.

Heute früh dann begegnete mir im Flur ein Kakadu, der schwerst beleidigt war, als ich ihn als ebensolchen bezeichnete, denn was mit „Kack“ anfängt, kann ja nichts Gutes sein. Missverständnis aufgeklärt, Kind zum Spiegel geschickt, begeisterter Ausruf: „ICH SEH AUS WIE PETER SHAW VON DEN DREI ??? KIDS!!!“

Nun. So sieht Peter Shaw aus.

Und in der Tat, eine gewisse frisürliche Ähnlichkeit war nicht von der Hand zu weisen. Ich also Haare etwas nass gemacht. Half nix. Zum Rundbürstenfön gegriffen. Half nix. Mit Haargel rumhantiert. Half minim was. Letztendlich eine Mütze draufgedrückt und gehofft, dass die ganze Misere dadurch etwas geplättet wird.

Immerhin, im Kindergarten konnte ich dann feststellen, dass die Hut-Maßnahme minim geholfen hatte. Nicht mehr Peter Shaw, der Kack-Adu, sondern mehr so Typ „Fernsehansagerin der späten 90er Jahre“. Prächtig. Einfach prächtig. Aber was soll’s, ich hatte mein Bestes gegeben, das Kind war halbwegs präsentabel, also habe ich ihn mit der dringlichen Bitte abgegeben, er solle doch bittebitteBITTE ein Taschentuch benutzen und nicht die Rotznase am Ärmel abwischen. Toitoitoi und dreimal Wasauchimmer, dass die Fotos gut würden. Puh. Durchatmen.

Und nun aus der Rubrik „Pointen, die das Leben so schreibt“:

Kurz bevor er mit dem Foto dran war, fiel ihm der rechte obere Schneidezahn raus.

Heutige Lektion: „Keeping Up Appearances“ wird komplett überbewertet, wenn es nicht gerade eine britische Sitcom ist. Und immerhin haben wir jetzt bestimmt ein total echtes Kindergartenportrait mit altersgerechtem Grinsen.

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