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Dem Sohn neue Klamotten kaufen. Größe 134. Angeblich für Neunjährige. Der Sohn wird im September eingeschult.

Dann auf dem Rückweg in der Fußgängerzone drückt mir eine junge Frau eine Broschüre in die Hand. Für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.

Später auf dem Kindergeburtstag: „Na, du bist ja fast schon so groß wie die Mama!“

Kurz: Der Sohn. Groß für sein Alter. Für alle logisch, die den Mann kennen: „Er gerät halt nach dem Vater!“ In der Tat. Ist auch besser so. Es müssen ja nicht ganz die väterlichen 1,99 werden, aber meine 1,61 wünsche ich ihm auch nicht. Ehrlich gesagt: Manchmal wünsche ich mir die selber nicht. Das merke ich immer dann, wenn ich hohe Absätze trage. Ganz anderer Ausblick. Nur bin ich leider nicht der Typ für Stilettos, und in allem, was über fünf Zentimeter hoch ist, eigentlich egal wie breit der Absatz ist, kann ich mehr nur so an die Wand gelehnt stehen. Sieht bestimmt total dekorativ aus, schränkt aber ungemein ein.

Der Sohn hingegen begegnet aufgrund seiner Größe ganz anderen Problemen. Wer einen Sechsjährigen für ein Schulkind hält, überschätzt ihn schlichtweg. Hatten wir beim letzten Friseurbesuch, mit dem ich wie bereits erwähnt nicht sonderlich zufrieden war: Die Dame hielt ihn offenkundig für einiges älter und ärgerte sich deswegen über seine mangelnde Kooperation, die darin bestand, dass er den Kopf nicht immer so stillhielt, wie es für sie praktisch gewesen wäre. Schwierig, klar. Aber ich fühlte mich irgendwann genötigt einzuflechten, dass er ja noch in den Kindergarten geht.

Und mir selbst muss ich eh tagtäglich sagen, dass er trotz des ganzen altklugen Geschwafels und seiner meistens vorhandenen emotionalen Reife eben immer noch mein kleiner Junge ist. Egal wie groß.

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