Dings

Ja, doch, Urlaub war gut. Der Sohn hätte am liebsten gleich vor Ort fürs nächste Jahr wieder gebucht. Er brachte sich mehr oder weniger selber das Schwimmen unter Wasser bei, leider klappt es nur mit ein paar Zügen, weil er zum Einatmen immer wieder aufsteht, aber hey, Fortschritt. Außerdem gab’s Pizza, Pasta und Gelato Fragola. Paradies also.

Der Urlaub war… Ende Mai, ne? Tja, und danach hab ich nicht mehr zum Bloggen zurückgefunden. Einerseits fand ich es irgendwann langweilig, mir selber beim Runterbeten des Alltags zuzuhören, andererseits fehlte mir die Energie, um mich mit extensiveren Themen auseinanderzusetzen, so dass das Bloggen zu aktuellen Anlässen eben auch wegfiel. Es war nicht so, als hätte ich nichts zu sagen, Gott bewahre, daran mangelt es bei mir ja nie. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich entweder schon zigmal zu eben diesem Thema gebloggt hatte (ohne irgendeinen Effekt) oder dass andere es eh besser ausdrücken konnten, bzw. dass es „ihre“ Themen waren. Den Unterdrückten zuhören und Raum verschaffen und so. Krieg ich viel zu selten hin.

Und eben, die Energie. Die Energie fehlt mir seit Monaten. Seit letzter Woche weiß ich jetzt auch warum: Ich hab mal wieder eine Eisenmangelanämie, mein Ferritinwert liegt bei 6, also nicht mehr wirklich im Keller, mehr so in Richtung Erdmantel. Spaßigerweise muss ich dazu sagen, dass der Wert letzten Montag vor der Abnahme von drei Spritzen Blut bei 6 lag, und am selben Tag fing meine Periode an. Derzeitiger Stand der Dinge also möglicherweise mehr so Erdkern. Nun gut, krieg ich also Eisentabletten, weil die Krankenkassen ja keine Eiseninfusionen finanzieren, solange Tabletten vielleicht noch helfen.

Eisentabletten nimmt eins am besten mit Orangensaft zu sich. Das versaut mir natürlich den Blutzucker. Außerdem kriege ich Sodbrennen. Und: Eisentabletten sind nicht sooo gut verträglich.
Bei Eisenmangel soll eins Fleisch essen. Abgesehen von den ethischen Komplikationen: Mein Magen verträgt Fleisch nicht in allzu großen Dosierungen. Bauchkrämpfe, Durchfall.
Hülsenfrüchte sind auch total gut bei Eisenmangel. Ich verbringe dann einfach jeweils die Nacht mit höllischen Schmerzen im gesamten Verdauungstrakt, weil: siehe Fleisch.

Kurz: It’s complicated. Und es muss auch niemand verstehen, warum ich beim Arzt richtiggehend frohlockt habe, als er die Diagnose stellte – ich war einfach nur heilfroh, dass ich alle meine Symptome der letzten Wochen durch eine körperliche Erkrankung bestätigt hatte. Das klingt für viele vermutlich albern, aber wenn eins mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, sind Testergebnisse, die schwarz auf weiß bestätigen, dass wirklich ganz offiziell medizinisch im klassischen Sinne etwas nicht stimmt, eine unfassbare Erleichterung.

Was mich dann wiederum extrem ärgert, ist die Tatsache, wie viele Frauen mir gleich solidarisch beim Zusenden von Gute-Besserungs-Wünschen erklärten, dass sie die Krankheit nur zu gut kennen. Versteht mich nicht falsch, neu ist das für mich nicht, meine Schwester hat bereits jahrelang öffentlich dafür gekämpft, dass Eisenmangel ernster genommen wird. Aber es ist halt primär eine Frauenkrankheit mit diffusen Symptomen, die auch auf Emotionales geschoben werden können, also warum sollte die Gesellschaft sich da kümmern…

Ja. Schauen wir mal, ob die Tabletten helfen. In der Zwischenzeit frage ich mich zwar auch ab und zu, so wie mich das andere gefragt haben, wie ich mit solchen Werten im Alltag überhaupt noch funktionieren kann, aber die Antwort lautet a) weil ich zum Glück Hilfe im familiären Umfeld habe (alle Orden der Welt an den Mann!) und b) weil es ja nicht anders geht.

Kann mal bitte irgendwer ein T-Shirt mit Dr House drauf designen, auf dem steht „It’s always iron deficiency“? Danke.

Soll ich noch davon berichten, dass ich außerdem gerade vier Wochen (okay, jetzt noch drei) mit Vorderfußentlastungsschuh links rumlaufen muss, weil ich mir vor lauter „Bewegung ist eigentlich super und hilft mir psychisch total“ eine Stressfraktur zugezogen habe? Oder davon, dass unser Leben derzeit ziemlich davon verkompliziert wird, dass das Auto des Mannes kaputt ist und wir bekanntlich in einer Gegend ohne öffentlichen Verkehr wohnen?

Was ich eigentlich sagen wollte: Bloggen. Ist gerade keine so große Priorität. Okay?

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