Morgenmomentaufnahme, verwackelt

Tag fünf der Fasnachtsferien. Eine Woche Schulferien, während der ich mehr oder weniger konstant gegen Nebenhöhlenkopfschmerzen und ähnliche Beschwerden kämpfe, die mich schon den ganzen Winter über verfolgen, aber nie so heftig ausbrechen, dass ich das Gefühl habe, da sei jetzt endlich mal alles draußen. Mein Twitter-Look hat Gründe, möchte ich damit sagen. Ach ja, das Kind war zwischenzeitlich auch krank, weil warum nicht.

Nun gut. Frühstück.

Ich betrete das Esszimmer, der Hund begrüßt mich mit dringlichem Bauchgrummeln, hüpft raus und kackt Dünnpfiff auf die Terrasse. Hurra. Na ja, kriegt trotzdem erst mal sein Futter. „Määäh, mag ich nicht, bin arm und krank!“. Ich gebe ihm frisches Wasser. „Uääääh, so krank, hör mal meinen Bauch, grummel grummel!“. Ich biete ihm Trockenfutter an. „Bist du des Wahnsinns? Jetzt auch noch sowas, und das einem armen, kranken Hund, mimimi!“. Ich öffne den Kühlschrank und stolpere dabei fast über das flugs herbeigeeilte kranke Tier. „Aber also Salami tät ich nehmen! Oder Käse! Oder Leberwurst!“ – „Hund, wir wissen beide, dass dein Bauch grummelt, weil du gestern wieder diversen Käse und so gekriegt hast. Nüschte. Du hast Futter.“ – „JA ICH HASSE ES!“ – „Nicht ‚hasst‘, ich sagte ‚hast‘ und… ach, egal. KRIEGST NIX.“

Auftritt Kind. Mit Tablet in der Hand, aus dem ein Playmo-Hörspiel dröhnt. Kennt hier irgendwer die Playmos? Wenn ja: Ich fühle mit euch. Wenn nein: Lobpreiset den Herrn. In der anderen Hand: Einen Playmobil-Polizisten mit Polizeihund. All the Kleinteile. Eigentlich gilt: Keine Kleinteile am Esstisch, wenn da was runterfällt, ist auch der leidendste Hund schnell zur Stelle.

Aber hey, wir haben dem Kind ja schon 13’253 Mal gesagt, dass es vorsichtig sein soll, wenn es dann eben doch Kleinteile am Esstisch und… oh, da ist was runtergefallen. Kind versucht gleichzeitig, den Hund zurückzuhalten und sich das Teilchen zu schnappen und haut mir dabei eins ans Schienbein. Egal, wir essen weiter und hossa, da fliegt dasselbe kleine Teilchen einmal über den Tisch. Diesmal halte ich den Hund auf, während das Kind unterm Tisch durchkriecht und mir dabei auf den Fuß kniet. Immerhin, alle fast noch heile und gleich sind auch alle satt, als – zack, da knallt mir das Teilchen (das offensichtlich nicht da hinpasst, wo das Kind es hinmontieren will) ins Gesicht und fällt, genau, auf den Boden. Zur Abwechslung rammt das Kind diesmal mein Knie, und als ich mich beschwere, führt es einen äußerst kreativen Tanz auf und singt dazu „Hey hey, die Schmerzensshow!“.

Kurz darauf versucht sich das Kind im Wohnzimmer von Oma und Opa darin, einen astreinen Footballtackle hinzukriegen, indem es mich auf den Sessel schubsen will, dabei aber nur erreicht, dass mein anderes Knie verdreht wird. Das Knie, das innendrin ein blinkendes Schild mit „VORSICHT WAR SCHON MAL KAPUTT!!!“ trägt. Keine Sorge, während ich dies tippe, tut es auch fast gar nicht mehr weh.

Dann will der Hund noch mal raus, ich guck ihm bei seinem Geschäft zu, um zu beurteilen, wie schlimm es ist, und sage „Örghs, Hund!“. Das Kind kommt sofort angerannt, guckt auch hin und brüllt „UARGHS MIR WIRD SCHLECHT WIE EKLIG!!!“, Würgegeräusch, Würgegeräusch.

Jaja, ich weiß. Wenn es dich einmal anlächelt.

Dann fällt dir wieder ein, dass der Zahnarzt beim Schultermin neulich krank war und hier noch ein Zettel rumliegt, dass du mal einen Termin vereinbaren sollst.

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