Wie hast du’s mit der Religion?

Bastian balanciert nach dem Einkaufen mal wieder auf der Mauer des örtlichen Supermarkts und beobachtet die Welt – Gucken geht immer nur in die Richtung, in die man gerade nicht unterwegs ist. Da hilft es auch nicht, wenn ich ihm immer wieder erkläre, dass er auf die Autos achten soll. Oder auf den Weg. Oder auf den Pfosten, der ihm gleich den Weg versper- okay, alles klar, er hat ihn doch irgendwie wahrgenommen. Vermutlich hat er irgendwo einen Radar eingebaut.

Da kommt wieder ein Laster, und er zuckt zusammen. Mit lauten Geräuschen hat er es nicht so, der Sohn. LKWs sind störend, der Handmixer war auch lange problematisch, und ui ui ui, diese Dyson-Airblade-Händetrockner auf öffentlichen Klos? Geht. Überhaupt. Nicht. Interessanterweise sind laute Geräusche allerdings gar kein Problem, wenn er sie produziert. Im Gegenteil, sie sind ein stetiger Quell der Freude. Für ihn.

Oh, dieser Laster hingegen ist interessant! Er hat gleich zwei Bagger geladen, einen Raupenbagger und einen mit normalen Rädern. Das bestätigt mir Bastian dann auch gleich: “Guck, ein Buddel und ein Baggi! Der Buddel hat Gliederketten.” Es ist erstaunlich, was bei dem Kind so hängenbleibt von dem Zeug, das er hört, liest und guckt.

Neulich:
“Bastian, du bist kurz vor einem Wachstumsschub, glaub ich. Du bist gerade wieder etwas quadratisch.”
“Haha, ich bin ein Würfel!”

Und am Wochenende, als er mit seinen “Taschenlampen”, zwei IKEA-LED-Kerzen unter die Kommode im Schlafzimmer leuchtete: “Oh, da ist etwas! Kommt, wir holen das alle zusammen raus!”, im besten Micky-Maus-Wunderhaus-Tonfall.

Diesmal also ist es Fachsimpelei aus Bob der Baumeister, die er vom Stapel lässt. Und gleich darauf: “Die fahren bestimmt zur Kirche.” Nun ist die katholische Kirche zwar gerade in Sichtweite, sie sieht aber überhaupt nicht kaputt aus. Aber der Sohn insistiert: “Die Kirche muss repariert werden!”
“Aber wieso ist sie denn kaputt gegangen, Bastian?”

“Da hat jemand zu heftig gebimmelt.”

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Die FalschmacherInnen: Ein Appell

Heute früh wurde mir ein HuffPo-Artikel in die Facebooktimeline gespült, in dem es sich darum drehte, dass wir unseren Kindern keine “magische” Kindheit bieten müssen. Sprich: Wir müssen uns nicht ständig darum kümmern, dass das Kind spannende Momente erlebt, weil das Kind sich seine spannenden Momente auch selber suchen kann.

Eigentlich stimme ich dieser Ansicht zu. Eigentlich. Womit ich kurz haderte, war die für mein Empfinden unterschwellig vorhandene Suggestion, dass Eltern, die ihren Kindern eine “magische” Kindheit bescheren wollen, etwas falsch machen. Kommt euch vage bekannt vor, dieses Gefühl? Aus so ziemlich jedem Beitrag über Eltern, über den man im Internet und anderen Medien so stolpert? Jep, geht mir auch so.

Und ich habe für mich einen Entschluss gefasst: Ich mach da nicht mehr mit. Weiterlesen

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FFFC März: Angrill-Barbie

Oder auch: Mein Kroppzeug photobombt besser als Cumberbatch.

Im März steht bei der Fatty Fashion Fun Challenge das Thema “Barbie” auf dem Programm. Nun hatte ich wider jegliches Erwarten viel weniger Pink im Kleiderschrank als gedacht, und neuen Kram anschaffen ist ja auch nicht Sinn der Sache. Also hab ich mich mehr so Richtung Malibu Barbie orientiert und auf Türkis gesetzt.

Und nee, Barbie hatte keine Lust zu bügeln. Frisch lackierte Nägel, Leute!

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Stell dir vor, es sind Mommy Wars …

… und keine geht hin. Schwierig, nicht? Wobei, ehrlich gesagt: Ich finde den Begriff “Mommy Wars” fürchterlich. Denn schließlich geht es nicht immer nur um vermeintlich nichtige Themen, nicht immer nur um vermeintliche Überempfindlichkeit und Intoleranz, und vor allem geht es nicht immer nur um Mütter, verdammt. Aber hey, mit “Mütterkrieg” kann man als Frauenthemen empfundene Diskussionen ja so schön abwertend einordnen …

… nun denn. Stell dir also lieber mal vor, dass jede Mutter das Beste für ihr Kind will und sich persönlich verletzt fühlt, wenn ihr von anderen suggeriert wird, dass sie dabei versagt. Zum Beispiel, weil sie ihr Kind nicht ohne medizinische Hilfsmittel zur Welt gebracht hat, oder wie der viel diskutierte Twitter-Hashtag sagt: Nicht #selbstgeboren.

Ich hatte einen Kaiserschnitt. Hier ist seine Geschichte. Meine. Unsere. Triggerwarnung für Fehlgeburten und grafisch beschriebenes Medizingedöns. Und ja, ich komme am Ende wieder auf #selbstgeboren zurück, aber der Kontext dazu ist meiner Ansicht nach wichtig.
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Meltdown

Gestern hatte Bastian einen dieser öffentlichen Wutanfälle, wie sie vermutlich alle Eltern kennen. Ich finde das englische Wort “Meltdown” dafür ganz passend, denn mein Sohn verschmilzt in diesen Momenten tatsächlich zu einem kleinen, schreienden, um sich schlagenden Wutball mit tausend Armen und Beinen. Das ist, gelinde gesagt, nicht schön. Aber es ist nun mal egal, wie ich es finde, ich muss damit umgehen. Und weil ich den Meltdown gestern in meinen Augen recht gut gemeistert habe, will ich jetzt mal beschreiben, wie ich das im Idealfall mache. Und nein, der Idealfall findet nicht immer statt, deswegen ist das hier vor allem auch eine Anleitung an mich selber. Mittels Apronym. Ich mag Apronyme.
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Völlig logisch

Neulich, als Bastian und ich aus Bern mit dem ICE unterwegs nach Freiburg waren. Rush Hour, gerammelt voll, erst saßen wir bei der Tür auf dem Boden, dann auf Plätzen, die ab Basel reserviert waren, und schließlich konnte ich uns zwei Sitze nebeneinander ergattern, die bis Karlsruhe frei bleiben sollten. Bastian, noch völlig aufgedreht von der Fasnachtsatmosphäre in Bern, ist natürlich eminent quasselig. Der Rest der Bahnfahrer – nicht so. Aber ganz ehrlich: Runterdrehen kann ich das Volumen beim Kind halbwegs, den Mund verbieten werd ich ihm nicht, höchstens im Ruhewagen, und hey – darauf guck ich schon beim Einsteigen. Weiterlesen

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Wo die wilden Kirschen wohnen

Wir sind ja derzeit daran, Gartenpläne zu schmieden für das überwachsene Grundstück vor dem Haus. Wie jedes Jahr. Aber dieses Jahr graben wir auch bestimmt um, ehrlich! Und Bastian ist schwer interessiert an der ganzen Sache. Er will dauernd, dass ich etwas pflanze. Demnächst kommen ja dann auch endlich die Ansaaterde und die Mini-Gewächshäuser zum Einsatz, aber hier oben muss man gut planen, wann etwas ins Freiland raus kommt. Weiterlesen

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Spaceman Spiff

Der Sohn hat es schon angekündigt: Wir spielen heute wieder Raumschiff. Ich hab keine Ahnung, woher die plötzliche Weltraumleidenschaft herkommt, aber ich frag mich natürlich schon, wann er bereit ist für sein erstes Doctor-Who-Erlebnis. Oder wenigstens für Captain Future. Wobei, unser Raumschiff ist weder TARDIS noch Comet. Ähem.

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Pro Amateurbasteln

Ich hab vorhin an die 50 Pizzaschnecken, 24 Cake Pops und einen gestern spätabends improvisierten Drachen im Kindergarten abgeliefert. Was soll ich sagen, der Sohn wollte vor so drei Wochen noch als Wikinger gehen. Vor so drei Tagen wollte er als Minion gehen. Beides kein Problem: Dank unseres letztjährigen Besuchs beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum waren Schwert, Schwertgürtel, Schild und ein noch nicht ganz fertiggestelltes Mittelalterhemd vorhanden, den Helm hatte er sich vor kurzem ergattert. Und Minion? Eh, Latzhose, gelbes Oberteil und dann entweder die Minions-Mütze auf oder halt noch schnell eine Minions-Brille basteln und den Bauhelm auf den Kopf.

Gestern mittags dann so: “Ich will ein Dinosaurier sein!” Weiterlesen

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Rethorisch elegant argumentiert

Der Sohn ist gerade krank. Husten, Fieber, Erkältung, es geht wohl rum derzeit. Deswegen schlagen wir die Tage im Wohnzimmer tot, mit Malen, Basteln, Lego und ja, auch mit TV gucken. Ich würde eigentlich sehr gerne olympische Dauerberieselung betreiben. Bastian hingegen interessiert sich wenn, dann nur für tatsächliche Wettkämpfe, Hintergrundberichte und Interviews sind ihm herzlich egal. Weiterlesen

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