Kuttner, Mütter, Twitter

Mir ist es herzlichst egal, ob Sarah Kuttner Kinder mag oder nicht. Mir ist es herzlichst egal, ob irgendjemand Kinder im Allgemeinen oder meins im Spezifischen doof findet – im Spezifischen liegt die Person halt einfach falsch, ne.
Mir ist da etwas anderes viel wichtiger: Nämlich die Tatsache, dass jede einzelne Frau das Recht hat, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden und das auch offen zuzugeben. Denn so sehr wir Mütter stets im Gefühl handeln, irgendwie alles falsch zu machen, so gibt es doch eine Untergruppe unter den Frauen, die augenscheinlich noch viel übler ist: Die freiwillig Kinderlosen. Weiterlesen

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Bleib gesund!

Ich muss immer ein bisschen schief lächeln, wenn mir zum Geburtstag oder sonst “Bleib gesund!” gewünscht wird. Denn die Fakten sind diese: Ich bin nicht gesund. Ich bin auch nicht krank im klassischen Sinne von eingeschränkt, bettlägerig, nicht funktionsfähig. Ich habe Typ-2-Diabetes und Depressionen. Beides Krankheiten, mit denen man meistens halbwegs problemlos leben kann, und Krankheiten, die man mir nicht ansieht. Das ist einerseits natürlich von Vorteil für mich, weil ich mich so nicht mit den üblich üblen Reaktionen wie Mitleid, übergriffiges Hilfsbedürfnis, intrusive Fragen oder stummes Gaffen herumschlagen muss. Andererseits nehmen wir allzu oft Krankheiten, deren Konsequenzen wir nicht auf Anhieb erkennen, nicht wirklich wahr. Sei’s drum, damit kann ich leben. Womit ich nicht leben kann? Mit dem Kult des gesunden Körpers.
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Die FalschmacherInnen: Ein Appell

Heute früh wurde mir ein HuffPo-Artikel in die Facebooktimeline gespült, in dem es sich darum drehte, dass wir unseren Kindern keine “magische” Kindheit bieten müssen. Sprich: Wir müssen uns nicht ständig darum kümmern, dass das Kind spannende Momente erlebt, weil das Kind sich seine spannenden Momente auch selber suchen kann.

Eigentlich stimme ich dieser Ansicht zu. Eigentlich. Womit ich kurz haderte, war die für mein Empfinden unterschwellig vorhandene Suggestion, dass Eltern, die ihren Kindern eine “magische” Kindheit bescheren wollen, etwas falsch machen. Kommt euch vage bekannt vor, dieses Gefühl? Aus so ziemlich jedem Beitrag über Eltern, über den man im Internet und anderen Medien so stolpert? Jep, geht mir auch so.

Und ich habe für mich einen Entschluss gefasst: Ich mach da nicht mehr mit. Weiterlesen

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Stell dir vor, es sind Mommy Wars …

… und keine geht hin. Schwierig, nicht? Wobei, ehrlich gesagt: Ich finde den Begriff “Mommy Wars” fürchterlich. Denn schließlich geht es nicht immer nur um vermeintlich nichtige Themen, nicht immer nur um vermeintliche Überempfindlichkeit und Intoleranz, und vor allem geht es nicht immer nur um Mütter, verdammt. Aber hey, mit “Mütterkrieg” kann man als Frauenthemen empfundene Diskussionen ja so schön abwertend einordnen …

… nun denn. Stell dir also lieber mal vor, dass jede Mutter das Beste für ihr Kind will und sich persönlich verletzt fühlt, wenn ihr von anderen suggeriert wird, dass sie dabei versagt. Zum Beispiel, weil sie ihr Kind nicht ohne medizinische Hilfsmittel zur Welt gebracht hat, oder wie der viel diskutierte Twitter-Hashtag sagt: Nicht #selbstgeboren.

Ich hatte einen Kaiserschnitt. Hier ist seine Geschichte. Meine. Unsere. Triggerwarnung für Fehlgeburten und grafisch beschriebenes Medizingedöns. Und ja, ich komme am Ende wieder auf #selbstgeboren zurück, aber der Kontext dazu ist meiner Ansicht nach wichtig.
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Warum ich nicht mehr Journalistin bin

Einerseits natürlich, weil ich hier in Deutschland als Schweizerin keinen entsprechenden Job finde, obwohl ich das scharfe ß mittlerweile halbwegs beherrsche und zwischendurch immer noch Helvetismen benutze. Klar. Andererseits bin ich auch sehr froh, dass ich schon lange nicht mehr in meinem früheren Beruf als Radionewsredakteurin arbeite. Denn erstens: Schichtdienst. Fucking Schichtdienst. Und zweitens: News sind mir zu trocken, und ich leide darunter, von irgendwelchen Tragödien Dauerberichterstattung betreiben zu müssen und mir dabei nichts anmerken lassen zu dürfen. Mir geht das alles zu nah und ich bin außerdem – man mag’s nicht glauben – tendenziell zu schüchtern, um Leute in die Pfanne zu hauen. Außer sie springen fröhlich selbst hinein, nicht wahr, liebe SVPler und Konsorten … Weiterlesen

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Hoeneß

Gestern wurde bei Twitter darüber geredet, wer was vor fünf Jahren und sechs Monaten gemacht hat – das Strafmaß, das der Staatsanwalt für Uli Hoeneß gefordert hatte. Nachdem das Urteil gefallen war, redete interessanterweise niemand mehr darüber, was vor drei Jahren und sechs Monaten war. Dann ging es natürlich nur noch um eins: Ungerecht! Viel zu wenig! Viel zu viel! Lebenslängliche Einzelhaft! Bundesverdienstkreuz! Schlimmster Mensch aller Zeiten! Lichtgestalt! Die Wahrheit liegt natürlich wie immer irgendwo zwischen allen Meinungen. Hier ist meine. Weiterlesen

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Oh, make me over

Heute läuft dann wohl die Makeover-Folge bei Germany’s Next Top Model. Ich guck die Sendung ja nicht, denn … nun ja, wie soll ich das jetzt nett verpacken? Wie wär’s mit gar nicht? Also: Heidi Klum, zumindest in der Rolle, die sie bei GNTM spielt, ist für mich die Ausgeburt des Bösen. Wir nehmen junge, beeinflussbare Frauen, stecken sie in die vorgefertigte Backform der vermeintlichen Schönheitsnorm und hacken alles ab, was noch irgendwo rausguckt. Wenn’s immer noch nicht passt? Raus mit dir, du hast deinen Lebenstraum nicht verdient. Weiterlesen

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Heute mal woanders …

… nämlich bei kleinerdrei. Ich fühl mich sehr geehrt und zweifle daran, dass ich in die Mitte der illustren Kleinergäste gehöre – aber an mir ist es nicht, das zu beurteilen. Es trifft sich auch ganz gut, dass der Eintrag heute veröffentlicht wurde, so muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mich für den Rest der Woche nicht mehr melde hier. Weiterlesen

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Und manchmal so: Fuck Fandom

Ich war schon immer ein Fan. Seit ich denken kann. Das Winnetoubild über dem Bett, später die Captain-Future-Poster, der Duran-Duran-Starschnitt, das Morten-Harket-Autogramm. Wenn ich jetzt von meinem Schreibtisch aus nach links gucke: The Ark, signiertes Poster der 2005er Tour und gleich ein Kloß im Hals, weil ich sie immer noch so sehr vermisse. Lebensband. Wenn ich nach rechts blicke, seh ich Autogramme der drei Hauptdarstellerinnen aus “Faster Pussycat Kill Kill”, Will Wheaton, Ola Salo, Matt Lauer, Jonathan Frakes, Roch Voisine und Desirée Nick. Kurz: Meine Fanschaft ist vielfältig. Und immerwährend. Hier tippe ich und kann nicht anders. Weiterlesen

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